
Paris 1848
- Atuona 1903
Paul Gauguin wird 1848 in Paris geboren, verbringt jedoch seine ersten Lebensjahre in Peru. Er kehrt nach Frankreich zurück und besucht 1874 die Académie Colarossi in Paris für erste Malstudien. Schon zwei Jahre später ist ein erstes Werk Paul Gauguins in einer Ausstellung zu sehen. Gauguin macht die Bekanntschaft mit Camille Pissaro, Paul Cézanne und Edgar Degas, mit denen er an weiteren Ausstellungen teilnimmt. Er greift aufällige Stilelemente seiner Künstlerkollegen auf und verarbeitet sie in seinen frühen Arbeiten. Gauguin reist nach Pont-Aven in die Bretagne und wird dort Kopf der sich bildenden Künstlergruppe. Im Anschluss entwickelt der Künstler einen neuen Malstil mit großen Figuren, festen Konturen und starken, flächigen Farben. Erneut in Pont-Aven 1888 vollzieht Paul Gauguin den wichtigen Schritt zur "Synthese" des Bildes: Er belebt die dekorativ-flächig angelegte Figurenkomposition durch starke farbige Kontraste und steigert ihren Ausdruck durch einen Wechsel von extremer Nahsicht und Wirkung der Tiefe. Der neue Stil, "Synthetismus" genannt, wird zum Vorbild einer anderen Gruppe von Künstlern, den "Nabis", darunter Émile Bernard, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard. Im Jahr 1891 begibt sich der Künstler nach Tahiti, um dort, so hofft Gauguin, das verlorene Paradies wiederzufinden. Obwohl sich seine Erwartungen nicht erfüllen, vertieft sich Gauguin in die Mythen der Polynesier und malt 66 Bilder, traumhafte Szenerien mit monumentalen Figuren und intensiven bunten Farben. 1893 kehrt Gauguin mittellos nach Paris zurück. Dort findet eine Ausstellung seiner Tropenbilder bei Durand-Ruel statt, die seine finanzielle Lage verbessern soll, doch der Erfolg bleibt aus. Enttäuscht von Paris und der Zivilisation beschließt Gauguin, sich von der Welt zurückzuziehen und reist 1895 wieder nach Tahiti. Dort entstehen Bilder mit Themen wie Schöpfungsmythen, Zeugung und Geburt. Gauguin siedelt trotz seiner Erkrankung im Jahr 1901 nach Atuona auf die Marquesas-Insel Hiva Oa über, wo er am 8. Mai 1903 stirbt. Paul Gauguin gilt als Wegbereiter der Moderne, der mit dem "Synthetismus" einen neuen Stil entwickelt und durch die Korrespondenz von Farben und Formen Intuition, Traum und Vision heraufbeschwört.